Meine naturheilkundlichen Tipps bei Erkältung: Husten, Schnupfen und Heiserkeit
Ein kratzender Hals am Morgen, eine laufende Nase am Nachmittag und abends dieser trockene Husten, der genau dann kommt, wenn Du schlafen willst. Erkältungen sind meist harmlos, aber sie können den Alltag ziemlich ausbremsen.
Naturheilkundliche Hausmittel können den Körper in dieser Zeit sinnvoll unterstützen. Sie ersetzen keine ärztliche Behandlung, aber sie helfen oft dabei, Schleimhäute zu beruhigen, Sekret zu lösen, Wärme zu geben und Ruhe zu finden. Entscheidend ist, das passende Mittel zum jeweiligen Beschwerdebild zu wählen.
Dieser Beitrag gibt Dir eine praktische Übersicht, was bei Husten, Schnupfen und Heiserkeit naturheilkundlich sinnvoll sein kann, worauf Du achten solltest und wann ärztlicher Rat wichtig ist.
Die Hinweise in diesem Artikel dienen der allgemeinen Information. Bei starken, ungewöhnlichen oder anhaltenden Beschwerden solltest Du ärztlichen Rat einholen.

Immunstärkende Mittel
Damit es erst gar nicht zu einer Erkältung kommt, können folgende Mittel helfen:
Echinacea-Tropfen
Wissenschaftlich gut untersucht; hauptsächlich zur Vorbeugung. Im Intervallprinzip: 4 Tage anwenden, 3 Tage Pause, insgesamt 2-3 Monate, dann 1-3 Monate Pause. Bei beginnender Infektion doppelt hoch dosieren mehrmals am Tag. Gegenanzeige: Fieber.
Propolisdragees
Das Kittharz der Bienen - ein Naturheilmittel seit über 5000 Jahren; zur Vorbeugung, als Stärkungsmittel, bei Heiserkeit und Halsschmerzen
Vitamin C
Zur Immunstärkung und bei Erkältung.
Vitamin C reiche Lebensmittel sind u.a. Hagebuttenmus, Kiwi, schwarze Johannisbeere, Sanddorn-Vollfrucht, Paprika.
Als Nahrungsergänzung werden zwischen 200 und 500mg am Tag empfohlen.
Eleutherococcus
Auch Taigawurzel oder Sibirischer Ginseng genannt.
Er wirkt als Adaptogen, das dem Körper hilft, besser mit körperlichem und geistigem Stress umzugehen.
Ginseng
Ist wissenschaftlich gut untersucht und wird bei Müdigkeit, Schwächegefühl, nachlassender Konzentration und Erholung nach einer Krankheit eingesetzt.
Kneipp-Anwendungen
Bewährtes Naturheilmittel; z.B. regelmäßige kalte Güsse über Arme und Schultern oder Trockenbürsten. Kalte Obergüsse stärken nachweislich die körpereigene Abwehr und senken die Infektanfälligkeit. Sanftes Bürsten der haut regt die Durchblutung an und fördert das allgemeine Wohlbefinden.
Bewegung im Freien
Stressreduktion
Was der Körper bei einer Erkältung jetzt braucht
Eine Erkältung ist meist ein viraler Infekt der oberen Atemwege. Typisch sind Schnupfen, Halskratzen, Husten, Heiserkeit, Müdigkeit und manchmal leichtes Fieber. Der Körper arbeitet auf Hochtouren. Deshalb helfen einfache Maßnahmen oft mehr, als man denkt.
Die wichtigsten Grundlagen sind:
Ruhe
Gönn Dir Pausen. Auch wenn Du nicht im Bett bleiben musst, braucht der Körper Energie für die Abwehr.
Wärme
Warme Füße, ein Schal und warme Getränke können das Wohlbefinden deutlich verbessern.
Ausreichend Flüssigkeit
Wasser, Kräutertee und warme Brühe halten die Schleimhäute feucht. Das erleichtert das Abhusten und macht zähen Schleim flüssiger.
Frische Luft
Kurzes Lüften verbessert die Raumluft. Trockene Heizungsluft reizt Schleimhäute zusätzlich.
Schlaf
Schlaf ist keine Nebensache. In der Nacht laufen viele Reparatur- und Abwehrprozesse besonders aktiv.
Naturheilkunde setzt genau hier an. Sie unterstützt den Körper, statt Symptome nur zu unterdrücken. Das heißt nicht, dass man alles „aushalten“ muss. Es bedeutet, Beschwerden gezielt zu lindern und dem Körper gute Bedingungen zu geben.
Naturheilkundliche Hilfe bei Schnupfen
Schnupfen beginnt oft mit Niesen, Kribbeln in der Nase und wässrigem Sekret. Später wird die Nase verstopft, das Sekret kann zäher werden, und der Kopf fühlt sich dumpf an. Ziel ist es, die Nasenschleimhaut zu befeuchten, den Schleimabfluss zu fördern und Reizungen zu beruhigen.
Nasenspülung mit Salzlösung
Eine Nasenspülung mit isotoner Salzlösung kann bei verstopfter Nase sehr hilfreich sein. Sie spült Schleim, Krusten und Reizstoffe aus der Nase und befeuchtet die Schleimhaut.
Du brauchst dafür eine saubere Nasendusche und eine geeignete Salzlösung. Wichtig ist die richtige Konzentration. Zu viel oder zu wenig Salz kann brennen. Am einfachsten sind fertige Portionsbeutel aus der Apotheke oder Drogerie.
Achte auf Hygiene:
Nasendusche nach jeder Anwendung gründlich reinigen
nur frisches, sauberes Wasser verwenden
bei starkem Druckgefühl oder Ohrenschmerzen pausieren
nicht anwenden, wenn die Nase komplett blockiert ist
Inhalieren mit Wasserdampf
Dampfinhalationen können bei trockenen oder gereizten Schleimhäuten wohltuend sein. Der warme Wasserdampf befeuchtet die Atemwege und kann festsitzendes Sekret lösen.
So geht es einfach:
Heißes Wasser in eine Schüssel geben.
Kurz abkühlen lassen, damit Du Dich nicht verbrühst.
Kopf mit Abstand über die Schüssel halten.
Ruhig durch die Nase ein- und ausatmen.
Nach 5 bis 10 Minuten beenden.
Ätherische Öle wie Kamille, Thymian und Pfefferminze eignen sich gut zur Inhalation bei Erkrankungen der Schleimhäute im Bereich von Nase und Nebenhöhlen. Aber Vorsicht bei Säuglingen und Kleinkindern: Mittel, die Menthol und Kampfer enthalten, sollen bei Kindern unter 3 Jahren nicht im Gesichtsbereich angewendet werden. Sie können Schleimhäute reizen und einen Atemstillstand auslösen. Auch Menschen mit Asthma oder empfindlichen Atemwegen reagieren manchmal stark darauf. Reiner Wasserdampf oder milde Zusätze wie Kamille sind oft die verträglichere Wahl.
Warme Auflagen und Fußbäder
Ein warmes Fußbad kann bei beginnendem Schnupfen angenehm sein, besonders wenn Du fröstelst. Es fördert das Wärmegefühl und hilft vielen Menschen, zur Ruhe zu kommen.
So kannst Du es machen:
Wasser angenehm warm einlassen
Füße 10 bis 15 Minuten baden
danach gut abtrocknen
warme Socken anziehen
anschließend ruhen
Bei Fieber, Kreislaufproblemen, offenen Hautstellen oder bestimmten Gefäßerkrankungen solltest Du warme Fußbäder meiden oder vorher ärztlich Rücksprache halten.
Naturheilkundliche Tipps bei Husten
Husten ist nicht gleich Husten. Bei Erkältungen beginnt er häufig trocken und reizend. Nach einigen Tagen kann Schleim dazukommen. Dann dient Husten dazu, Sekret aus den Atemwegen zu befördern. Die naturheilkundliche Unterstützung richtet sich danach, ob der Husten trocken oder verschleimt ist.
Beschwerde | Typisches Gefühl | Sinnvolle naturheilkundliche Unterstützung |
Trockener Reizhusten | Kratzen, Kitzeln, Hustenanfälle | Schleimhäute befeuchten, reizlindernde Pflanzen, Honig |
Verschleimter Husten | Sekret, Rasseln, Druckgefühl | Trinken, Wärme, schleimlösende Kräuter, sanfte Bewegung |
Nächtlicher Husten | Husten im Liegen, schlechter Schlaf | Oberkörper höher lagern, Raumluft befeuchten, abends beruhigende Getränke |
Honig bei Reizhusten
Honig ist ein klassisches Hausmittel bei Hustenreiz. Er legt sich wie ein sanfter Film auf die gereizte Schleimhaut und kann das Kratzen im Hals lindern. Besonders abends ist ein Teelöffel Honig in lauwarmem Tee für viele angenehm.
Wichtig: Honig ist nicht für Kinder unter 1 Jahr geeignet.
Achte außerdem darauf, Honig nicht in kochend heißen Tee zu geben. Lass den Tee erst etwas abkühlen. So bleiben Geschmack und wertvolle Inhaltsstoffe besser erhalten.
Thymian bei verschleimtem Husten
Thymian wird traditionell bei Husten eingesetzt. Er enthält ätherische Öle, die als wohltuend für die Atemwege gelten. Als Tee oder in fertigen pflanzlichen Präparaten kann er bei verschleimtem Husten unterstützen.
Für einen einfachen Thymiantee übergießt Du getrockneten Thymian mit heißem Wasser und lässt ihn einige Minuten ziehen. Danach abseihen und warm trinken. Wenn Du empfindlich auf ätherische Öle reagierst, beginne lieber vorsichtig.
Ich persönlich nehme gerne die Aspekton Hustentropfen.
Spitzwegerich bei gereizten Atemwegen
Spitzwegerich gehört zu den bekannten Heilpflanzen bei Hustenreiz. Seine Schleimstoffe können gereizte Schleimhäute beruhigen. Er wird oft als Tee oder Sirup verwendet.
Gerade bei trockenem Husten, der durch Kratzen im Rachen ausgelöst wird, kann Spitzwegerich angenehm sein. Auch hier gilt: Wenn Beschwerden stärker werden oder länger anhalten, reicht ein Hausmittel allein nicht aus.
Zwiebel-Honig-Saft als traditionelles Hausmittel
Ein altes Hausmittel ist Zwiebelsaft mit Honig oder Zucker. Dafür wird eine klein geschnittene Zwiebel mit Honig oder Zucker vermischt. Nach einiger Zeit bildet sich ein Sirup.
Viele nutzen diesen Saft löffelweise bei Husten. Der Geschmack ist nicht für alle angenehm, aber das Mittel ist einfach herzustellen. Für Kinder unter 1 Jahr darf auch hier kein Honig verwendet werden.
Heiserkeit braucht vor allem Schonung
Heiserkeit entsteht meist, wenn die Stimmbänder und der Kehlkopf gereizt oder entzündet sind. Die Stimme klingt rau, brüchig oder bleibt fast ganz weg. Der wichtigste naturheilkundliche Tipp ist hier erstaunlich schlicht: weniger sprechen.
Stimme schonen, aber nicht flüstern
Bei Heiserkeit solltest Du die Stimme entlasten. Lautes Sprechen, Singen und lange Telefonate reizen die Stimmbänder zusätzlich.
Flüstern ist aber nicht immer besser. Viele Menschen pressen dabei unbewusst, was die Stimme weiter belasten kann. Besser ist leises, entspanntes Sprechen in kurzen Sätzen oder konsequente Stimmruhe.
Salbei bei Halskratzen
Salbei wird traditionell bei Entzündungen im Mund- und Rachenraum verwendet. Als Tee oder Gurgellösung kann er bei Halskratzen und Heiserkeit wohltuend sein.
Gurgeln geht so:
Salbeitee zubereiten.
Auf lauwarme Temperatur abkühlen lassen.
Mehrmals täglich kurz gurgeln.
Danach nicht sofort essen oder trinken.
Salbei ist recht intensiv. In Schwangerschaft, Stillzeit oder bei bestimmten Vorerkrankungen solltest Du größere Mengen nicht ohne fachliche Rücksprache verwenden.
Isländisch Moos und Eibisch bei trockenem Hals
Pflanzen mit Schleimstoffen können bei trockenem, gereiztem Hals angenehm sein. Dazu zählen zum Beispiel Isländisch Moos, Eibischwurzel und Malve. Sie bilden einen schützenden Film auf der Schleimhaut.
Solche Pflanzen findest Du häufig als Lutschpastillen, Tee oder Sirup. Wichtig ist, langsam zu lutschen oder den Tee schluckweise zu trinken. So kommen die Schleimstoffe besser mit der gereizten Schleimhaut in Kontakt.

Erkältungstees sinnvoll auswählen
Kräutertees sind bei Erkältungen beliebt, doch nicht jeder Tee passt zu jedem Symptom. Die Auswahl kann sich an den Beschwerden orientieren.
Bei Frösteln und beginnender Erkältung passen wärmende Tees, zum Beispiel mit Ingwer, Holunderblüten oder Lindenblüten. Sie geben Wärme und Flüssigkeit. Ingwer kann scharf sein, deshalb bei empfindlichem Magen lieber mild dosieren.
Bei Husten sind Thymian, Spitzwegerich, Malve oder Eibisch interessant. Thymian passt eher zu verschleimtem Husten, schleimstoffhaltige Pflanzen eher zu trockenem Reiz.
Bei Halskratzen und Heiserkeit können Salbei, Malve oder Isländisch Moos angenehm sein. Salbei eignet sich besonders zum Gurgeln, Malve eher zum sanften Befeuchten.
Bei Unruhe und schlechtem Schlaf sind milde Tees wie Kamille, Melisse oder Lindenblüte eine gute Wahl. Sie ersetzen kein Schlafmittel, können aber ein Abendritual unterstützen.
Achte bei Tees auf Qualität, richtige Ziehzeit und Verträglichkeit. Mehr hilft nicht automatisch mehr. Gerade bei Heilpflanzen mit starken ätherischen Ölen oder Gerbstoffen ist Maßhalten sinnvoll.
Wickel, Wärme und äußere Anwendungen
Äußere Anwendungen gehören fest zur traditionellen Naturheilkunde. Sie können wohltuend sein, weil sie Wärme, Ruhe und Körperwahrnehmung verbinden.
Brustwickel bei Husten
Ein warmer Brustwickel kann bei Husten angenehm sein, wenn keine hohe Temperatur oder starke Erschöpfung vorliegt. Er sollte warm, aber nicht heiß sein.
Eine einfache Variante:
ein Baumwolltuch mit warmem Wasser befeuchten
gut auswringen
auf die Brust legen
trockenes Tuch darüber
warm zudecken
15 bis 20 Minuten ruhen
Wenn Dir kalt wird, der Wickel unangenehm ist oder der Husten stärker wird, brich die Anwendung ab.
Halswickel bei Halsbeschwerden
Bei Halskratzen und Heiserkeit empfinden viele einen warmen Halswickel als angenehm. Andere bevorzugen kühlende Wickel. Hier darfst Du auf Dein Empfinden achten. Der Wickel sollte nie schmerzen oder frösteln lassen.
Ein warmer Schal allein reicht manchmal schon aus. Naturheilkunde muss nicht kompliziert sein.
Ernährung bei Erkältung
Bei einer Erkältung braucht der Körper keine strenge Spezialdiät. Meist ist leichte, warme Kost gut verträglich. Suppen, Gemüse, Haferbrei, Kartoffeln oder gedünstete Speisen belasten wenig und liefern Flüssigkeit.
Eine Hühnerbrühe oder Gemüsebrühe kann wohltuend sein, weil sie warm ist, Salz liefert und leicht zu essen ist. Auch Obst und Gemüse mit Vitamin C, zum Beispiel Paprika, Brokkoli, Beeren oder Zitrusfrüchte, passen gut in die Erkältungszeit. Vitamin C heilt eine Erkältung nicht einfach weg, gehört aber zu einer normalen Funktion des Immunsystems.
Wenn Du wenig Appetit hast, ist das für kurze Zeit meist kein Problem. Trinken ist wichtiger. Bei anhaltender Appetitlosigkeit, starkem Krankheitsgefühl oder Kreislaufproblemen solltest Du den Verlauf abklären lassen.
Was Du lieber vermeiden solltest
Manche gut gemeinten Maßnahmen können bei Erkältung eher reizen als helfen.
Meide bei akuten Beschwerden möglichst:
Rauch und Passivrauch
sehr trockene Raumluft
Überanstrengung und Sport bei Fieber
zu heißes Inhalieren
scharfe ätherische Öle bei Kindern
dauerhaftes Räuspern bei Heiserkeit
Alkohol als „Erkältungsmittel“
Auch abschwellende Nasensprays solltest Du nur kurzfristig und nach Packungsangabe nutzen. Sie können hilfreich sein, etwa nachts bei stark verstopfter Nase. Bei zu langer Anwendung trocknen sie die Schleimhaut aus und können abhängig machen.
Wann ärztlicher Rat wichtig ist
Die meisten Erkältungen bessern sich innerhalb einiger Tage. Trotzdem gibt es Situationen, in denen Du nicht nur auf Hausmittel setzen solltest.
Bitte lass Beschwerden ärztlich abklären, wenn:
hohes oder länger anhaltendes Fieber auftritt
Atemnot, Brustschmerzen oder pfeifende Atmung dazukommen
der Husten länger als mehrere Wochen anhält
gelb-grüner Auswurf mit starkem Krankheitsgefühl auftritt
starke Schluckbeschwerden bestehen
Ohrenschmerzen oder starke Nebenhöhlenschmerzen dazukommen
Heiserkeit länger als zwei bis drei Wochen anhält
Babys, ältere Menschen oder immungeschwächte Personen betroffen sind
Du schwanger bist und unsicher bist, welche Mittel geeignet sind
Auch wenn sich eine Erkältung erst bessert und dann plötzlich wieder deutlich verschlechtert, ist eine ärztliche Einschätzung sinnvoll.



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